. Förderkreis . Zukunft für Kinder in Afrika . 72510 Stetten am kalten Markt .

Wie kam es zur Gründung des Campus Vivant´e ?
Die aussergewöhnliche Lebensgeschichte einer
jungen Frau aus Tuttlingen

Es war im Jahr 2002 als Stefanie Tapal aus dem schwäbischen Tuttlingen im Rahmen eines Studienpraktikums zum ersten Mal nach Marokko kam.
Sie studierte damals an der FH Stuttgart Innenarchitektur und hatte die Möglichkeit, ein halbes Jahr nach Marrakesch zu gehen.
Sie verliebte sich sofort in das Land und hatte genug Zeit, mit Land und Leuten vertraut zu werden. In dieser Zeit lernte sie auch ihren späteren Ehemann Haddou Mouzoun kennen. Die frisch Verliebten verlobten sie sich noch Ende 2002 und im Frühjahr 2003 heirateten die beiden in Deutschland.

Nachdem Stefanie in Deutschland ihr Studium beendet hatte und das erste Kind zur Welt gekommen war, zog die kleine Familie im Sommer 2004 los, um in Haddous Heimat ihr Glück zu finden.
Schon bald übersiedelten sie ins Ait Bouguemez Tal – übersetzt : „Das Tal der Glücklichen“. Stefanie, die inzwischen den Berbernamen Itto angenommen hatte, wollte das Leben, die Sprache und Kultur ihres Mannes und somit auch ihrer Familie kennen lernen.
In den folgenden Jahren lernte sie die Berbersprache und integrierte sich mit viel Engagement und Interesse und ganz viel Herz in die familiäre und dörfliche Gemeinschaft.
So wird in der Familie Mouzoun Berber und Deutsch gesprochen und berberische Traditionen werden gepflegt und gelebt. Itto ist anerkanntes und geschätztes Mitglied der dörflichen Gemeinschaft und fühlt sich dort, in der Abgeschiedenheit des Tals ganz zu Hause.

Sie fühlen sich wohl im "Tal der Glücklichen" :
Stefanie, Itto Tapal Mouzon mit ihrer Familie

In den ersten Jahren im Tal hatten Itto und Haddou eine kleine Reiseagentur und zeigten europäischen Touristen ihr wunderschönes Land. Mit der Zeit merkte Itto, dass dieser Beruf nicht wirklich ihre Berufung war. Ihr Interesse ging immer mehr in Richtung Pädagogik, mit der sie sich zunehmens beschäftigte. 2007 kam es dann zu einer Begegnung mit den Gründern und Leitern der „Scuola Vivante“ aus der Schweiz, die mit einer Gruppe Schülern ins Bouguemez Tal gekommen waren. Begeistert von Ihren Ideen und Visionen eines menschenverbindenden, ganzheitlichen Pädagogikkonzeptes beschlossen Itto und Haddou unter Mithilfe ihrer Schweizer Freunde eine Partnerschule im abgelegenen Bouguemez Tal im Hohen Atlas zu Atlas zu gründen, um die die Bildungsmöglichkeiten für die Kinder im Tal nachhaltig zu verbessern.

Ihre Motivation :
„Wir wollten einen Platz des Lichts, der Begegnung und der Chancen schaffen, wo Menschen sich wohl fühlen und sich zu ihrem Besten – und somit auch zum Wohle der Gesellschaft – entfalten können.”

Im September 2010 konnte der offizielle Unterrichtsbetrieb der freien Grundschule „école vivante“ aufgenommen werden, anfangs noch in den Räumen des Familienhauses, was eine harte Belastungsprobe für die mittlerweile 5-köpfige Familie war. Aufgrund der räumlich prekären Situation und der Tatsache, dass das Schulangebot im Tal von der Bevölkerung sehr gut angenommen wurde, zog die Familie nach 4 Jahren in ein angrenzendes Haus, um der Schule den nötigen Raum und ihnen selbst auch den räumlichen Abstand geben zu können.

Aber damit nicht genug, die Visionen und Ambitionen von Itto und Haddou gingen weiter: 2014 wurde mit dem Neubau für die Sekundarstufe begonnen und 2017 seiner Bestimmung übergeben.
In diesem neuen Schulgebäude sind jetzt die Realschulklassen mit Freizeitwerkstätten, Tüftellabor und Seminarräumen untergebracht.


Der Bau des neuen Schulgebäudes wurde fast komplett vom österreichischen Patenschaftsförderverein WELTWEITWANDERN WIRKT finanziert.

Durch ihren unermüdlichen Einsatz und ihre nie versiegende Energie hat Itto gemeinsam mit ihrem Mann wirklich Großes vollbracht.
Sie haben das Leben im Tal nachhaltig verändert und durch die besseren Ausbildungsmöglichkeiten den Lebensstandard der Bevölkerung erhöht.

Einmal wurde Itto, die schon früh zum Islam konvertierte, gefragt, woher sie die Kraft für all das nehme. Sie lächelte und zeigte mit dem Finger nach oben. „In diesem Moment denke ich, dass es völlig egal ist, welcher Religion man angehört. Wenn man sich nur darin zuhause fühlt und so viel Lebenskraft und Liebe daraus schöpfen kann“

Der Förderverein „Zukunft für Kinder in Afrika“ wünscht den beiden weiterhin viel Energie, kreative Ideen und viele Unterstützer um ihr beispielgebendes Schulprojekt weiterzuentwickeln.
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Wer möchte kann sich gerne noch detailliert auf der Homepage des
Campus Vivant´e oder beim österreichischen Patenförderverein „Weltweitwandern wirkt“ informieren - über die Schule, ihre Ideen, realisierte und geplante Projekte und Ziele sowie vor allem über die Menschen die sie tragen und über die Kinder,
denen die Schule eine Zukunftsperspektive bietet.
www.campusvivante.com/de/
www.weltweitwandernwirkt.org


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