In den ersten Jahren im Tal hatten Itto und Haddou eine kleine Reiseagentur und zeigten europäischen Touristen ihr wunderschönes Land. Mit der Zeit merkte Itto, dass dieser Beruf nicht wirklich ihre Berufung war. Ihr Interesse ging immer mehr in Richtung Pädagogik, mit der sie sich zunehmens beschäftigte. 2007 kam es dann zu einer Begegnung mit den Gründern und Leitern der „Scuola Vivante“ aus der Schweiz, die mit einer Gruppe Schülern ins Bouguemez Tal gekommen waren. Begeistert von Ihren Ideen und Visionen eines menschenverbindenden, ganzheitlichen Pädagogikkonzeptes beschlossen Itto und Haddou unter Mithilfe ihrer Schweizer Freunde eine Partnerschule im abgelegenen Bouguemez Tal im Hohen Atlas zu Atlas zu gründen, um die die Bildungsmöglichkeiten für die Kinder im Tal nachhaltig zu verbessern.
Ihre Motivation :
„Wir wollten einen Platz des Lichts, der Begegnung und der Chancen schaffen, wo Menschen sich wohl fühlen und sich zu ihrem Besten – und somit auch zum Wohle der Gesellschaft – entfalten können.”
Im September 2010 konnte der offizielle Unterrichtsbetrieb der freien Grundschule „école vivante“ aufgenommen werden, anfangs noch in den Räumen des Familienhauses, was eine harte Belastungsprobe für die mittlerweile 5-köpfige Familie war. Aufgrund der räumlich prekären Situation und der Tatsache, dass das Schulangebot im Tal von der Bevölkerung sehr gut angenommen wurde, zog die Familie nach 4 Jahren in ein angrenzendes Haus, um der Schule den nötigen Raum und ihnen selbst auch den räumlichen Abstand geben zu können.
Aber damit nicht genug, die Visionen und Ambitionen von Itto und Haddou gingen weiter: 2014 wurde mit dem Neubau für die Sekundarstufe begonnen und 2017 seiner Bestimmung übergeben.
In diesem neuen Schulgebäude sind jetzt die Realschulklassen mit Freizeitwerkstätten, Tüftellabor und Seminarräumen untergebracht.
Der Bau des neuen Schulgebäudes wurde fast komplett vom österreichischen Patenschaftsförderverein WELTWEITWANDERN WIRKT finanziert.
Durch ihren unermüdlichen Einsatz und ihre nie versiegende Energie hat Itto gemeinsam mit ihrem Mann wirklich Großes vollbracht.
Sie haben das Leben im Tal nachhaltig verändert und durch die besseren Ausbildungsmöglichkeiten den Lebensstandard der Bevölkerung erhöht.
Einmal wurde Itto, die schon früh zum Islam konvertierte, gefragt, woher sie die Kraft für all das nehme. Sie lächelte und zeigte mit dem Finger nach oben. „In diesem Moment denke ich, dass es völlig egal ist, welcher Religion man angehört. Wenn man sich nur darin zuhause fühlt und so viel Lebenskraft und Liebe daraus schöpfen kann“
Der Förderverein „Zukunft für Kinder in Afrika“ wünscht den beiden weiterhin viel Energie, kreative Ideen und viele Unterstützer um ihr beispielgebendes Schulprojekt weiterzuentwickeln.
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Wer möchte kann sich gerne noch detailliert auf der Homepage des
Campus Vivant´e oder beim österreichischen Patenförderverein „Weltweitwandern wirkt“ informieren - über die Schule, ihre Ideen, realisierte und geplante Projekte und Ziele sowie vor allem über die Menschen die sie tragen und über die Kinder,
denen die Schule eine Zukunftsperspektive bietet.
www.campusvivante.com/de/
www.weltweitwandernwirkt.org
Ein spannender Bericht von unserem Mitglied Luisa Gscheidle über Ihre Reise nach Marokko und Ihrem Besuch im Campus Vivante
Als erstes Mitglied unseres Vereins besuchte Luisa Ende letzten Jahres das von uns unterstützte Projekt im Hohen Atlas. Lieben Dank an dich Luisa, dass du deine Eindrücke mit uns teilst und sie in einem sehr interessanten Bericht zusammengefasst hast!
>> Mit dem Ende meiner Ausbildung klopfte das immer wiederkehrende Fernweh an die Tür. Nach ein paar Tagen Recherche wurde klar, dass ich nach Marokko reisen möchte bevor das Arbeitsleben beginnen wird. Also stieg ich mit riesigem Respekt und einem Reiseführer im Rucksack in Basel in den Flieger und landete nach ungefähr 3 Stunden in Marrakesch. Ich konnte gar nicht glauben, wie ich in so kurzer Zeit in so eine andere Welt katapultiert geworden bin. Die Menschen, die Geräusche und Gerüche, das Klima, die Sprache, die Kleidung. Ich wurde gewarnt was mich dort erwarten würde. Vor allem als Frau. Deshalb war es mir doch ein bisschen mulmig mit meinem Rucksack und meinem offensichtlich westlichen Aussehen von der Bushaltestelle zum Hostel zu laufen, welches mitten in der Medina, der Altstadt von Marrakesch lag. Es war nur ein kurzer Weg und trotzdem konnte ich schon einen kleinen Einblick gewinnen, was mich in den nächsten 17 Tagen erwarten wird.
In den ersten Tagen verlor ich mich in den Souks, den Gärten und den Palästen von Marrakesch. Zwar fällt direkt auf, dass mehr Männer als Frauen auf den Straßen unterwegs sind. Doch nach der anfänglichen Zeit, in der es noch rauszufinden galt, wie man sich als Tourist am besten zu verhalten hat, stellte sich heraus, dass es in Marrakeschs Gassen auch als allein reisende Frau sicher ist.
Während dieser Zeit reifte durch den Tipp eines Freundes die Idee heran ins Atlas Gebirge zu reisen, um den Campus Vivante zu besuchen. Ich wusste, dass das eine Schule ist, die vom Verein „Zukunft für Kinder in Afrika“ unterstützt wird. Ich kontaktierte das Leitungsteam des Vereins und wurde direkt an Itto vermittelt, die Gründerin der Schule. Sie ist gebürtig aus Tuttlingen und steht in engem Kontakt mit dem Verein. Sie schickte mir eine Wegbeschreibung und die Planung begann. Ein paar Tage später also stand ich am Platz der „Grand Taxis“. Ich wurde schon als ich in die Nähe des Platzes gelaufen kam von einem freundlichen Herrn abgefangen, der mich dem richtigen Wagen zuteilte. Nach einiger Zeit des Wartens bis das Sammeltaxi voll war, fuhren wir nach Azilal. Dort angekommen musste ich in das nächste Sammeltaxi steigen und von da an ging es durch die tolle Landschaft des Atlas Gebirges entlang einiger berbischer Dörfer nach Tabant. Wenige Kilometer musste ich noch zu Fuß gehen und ich war in meiner Unterkunft angekommen. Das Tal in dem sich die Unterkunft und auch die Schule befindet wird „Tal der Glücklichen“ genannt, da die Region mit einem ausgeglichenen Klima und Fruchtbarkeit beschenkt ist.
Als ich am nächsten Tag zu Fuß am Campus Vivante ankam, wurde ich von Itto herzlich empfangen. Es war ein Freitag, welcher in Marokko traditionell Couscous Tag ist. Und so durfte ich mit Itto und ihren Kindern Couscous Essen (zweites Bild). Währenddessen konnte ich schon viele Fragen stellen und sie erzählte mir, wie sie nach Marokko kam und die Schule zusammen mit ihrem Mann gegründet hat. Danach bekam ich eine ausführliche Führung. Es war wahnsinnig interessant und ich staunte, wie sie das alles in diesem doch recht abgelegenen, aber umso schöneren Tal auf die Beine gestellt hat. Wie alles in ihrem eigenen Wohnhaus begann, bis die damals sechsköpfige Familie einem neuen Wohnhaus weichen musste, damit die Schule immer größer werden konnte. Und wie nach und nach das Team, die Schüler und das Areal gewachsen sind. Wie sich die Gehörlosenbildung etablierte, ein schweizerischer Volontär den Permakultur- Garten mit den Kindern anlegte, das zweite Schulgebäude errichtet werden und schließlich eine alte Garage zu einem Café mit Lehrküche und einem größeren Veranstaltungsraum umgebaut werden konnte. Ihr Wunsch ist es, einen zweiten Stock auf dieses Gebäude zu bauen, um einen Näh- und Informatikraum einrichten zu können und einen Ort für die Erwachsenenbildung zu schaffen. Die Pläne sind schon errichtet und sobald genügend Spenden gesammelt sind, kann mit dem Bau begonnen werden. Apropos Spenden: Obwohl die Schule eine staatlich anerkannte marokkanische Schule ist, wird sie vom Land nicht unterstützt und wird allein von Spendengeldern finanziert. Alle Eindrücke in so wenigen Sätzen zusammenzufassen ist gar nicht möglich. Deshalb bleibt es mir nur zu betonen, was für ein tolles Projekt der Campus Vivante ist und auf die Homepage von unserem Verein „Zukunft für Kinder in Afrika“ und die Homepage vom Campus Vivante zu verweisen. Hier können weitere Details und Informationen nachgelesen werden.<<
